Die Diakonie Hochfranken ist einer der größten Anbieter für soziale Dienstleistungen im Hofer Land. Von der Wiege bis zur Bahre hat der diakonische Träger ein konkretes Ziel: Hilfe für den Nächsten aus evangelischer Überzeugung in allen Lebenslagen leisten. In diesem Artikel möchte ich euch die vielfältigen Angebote der Diakonie Hochfranken näher bringen. Björn Pausch, der Pressesprecher der sozialen Einrichtung hilft mir dabei. Im Interview für Stadt.Land.Hof erklärt er mir genau, in welchen unterschiedlichen Bereichen die Diakonie wertvolle soziale Arbeit leistet.
Bilderquelle: Diakonie Hochfranken
Die Diakonie Hochfranken – ein Ort der Begegnung
Jeder von uns kann irgendwann im Laufe des Lebens in eine soziale Notlage geraten. Egal ob kleine oder große Schwierigkeiten und in welchem Lebensbereich: Bei der Diakonie Hochfranken bekommt man Hilfe, denn hier zählt jeder Mensch. Die Ursprünge liegen in der Tradition der evangelisch-lutherischen Nächstenliebe, doch heute ist es nicht nur die Religion, sondern auch die Haltung, die diese Arbeit prägt: Würdevoll, professionell und immer nah am Menschen. Und genau das ist auch in der Außendarstellung wichtig – sowohl für die Menschen, die Hilfe suchen, als auch für jene, die sich engagieren möchten.
Die Diakonie Hochfranken ist mit knapp 2000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Hofer Land. In 60 verschiedenen Bereichen und an 15 Standorten im Landkreis werden Menschen betreut, beraten, gepflegt oder begleitet. Als werteorientierter Arbeitgeber steht die Diakonie dabei für Aufgaben mit Sinn, faires und transparentes Gehalt, berufliche Sicherheit, viele Extras und ein angenehmes Arbeitsklima.
Angebote der Diakonie Hochfranken: Hilfe für den Nächsten in jedem Alter
Oft ist man als Betroffener ratlos und orientierungslos in einer Notsituation. Wir sind alle Menschen und finden uns manchmal in Situationen wieder, die neu und ungewohnt für uns sind. Es ist keine Schande, sich Hilfe zu suchen, wenn man nicht mehr weiter weiß. Im Gegenteil: Es ist sehr klug, sich die Unterstützung von Experten zu holen.
Die unterschiedlichen Angebote der Diakonie Hochfranken lassen sich in vier große Bereiche einteilen: Hilfe für Kinder und Jugendliche sowie für Familien, Erwachsenenhilfe, Senioren- und Altenhilfe und die Abteilung Bildung.
Die Kraft der Diakonie Hochfranken entsteht durch ein enges Netzwerk aus Geldgebern und Partnern: Zum einen finanzieren Landkreise, Städte, Krankenkassen, Jugend- und Sozialämter viele Angebote. Gleichzeitig füllen Spenden und Fördervereine Lücken. Und nicht zuletzt ist die enge Zusammenarbeit mit Kirchen, Schulen, anderen Wohlfahrtsverbänden entscheidend. Dadurch verschmilzt professioneller Anspruch mit Gemeinschaftskraft – ganz im Sinne des diakonischen Auftrags.


Unterstützung von Kindesbeinen an
Schon für die ganz kleinen bietet die Diakonie Hochfranken Betreuungen unterschiedlichster Art an. Insgesamt fünf Kindertagesstätten im Hofer Land werden von dem diakonischen Träger betrieben. Darunter auch eine, die integrativ gestaltet wurde. Es gibt ebenso Betreuungsangebote in Kinderhorten und heilpädagogische Tagesstätten. Darüber hinaus gibt noch stationäre Jugendhilfen und Unterstützungsangebote an Schulen.
In der Bonhoefferschule, dem sonderpädagogischen Förderzentrum der Diakonie, gibt es Förderangebote im vorschulischen und schulischen Bereich. Als ehemaliger Mitarbeiter der LELEWOK-Klasse hat Björn Pausch hier einen besonderen Bezug dazu: „Die Lern- und lebensweltorientierte Klasse LELEWOK ist eine Stütz- und Förderklasse. Sie nimmt Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 13 Jahren auf, die einen erhöhten Förderbedarf im sozialen und emotionalen Bereich haben. Dort werden maximal bis zu acht Kinder gefördert.“
Über die vielfältigen Betreuungsangebote im Hofer Land haben wir hier schon einmal geschrieben:
Innovative Kinderbetreuung im Hofer Land: Betreuungskonzepte von Waldkindergarten bis Tagesmutter



Hilfe für Erwachsene – egal in welcher Lebenssituation
Die Diakonie bietet kostenfrei und unkompliziert Beratungen und Hilfe zu verschiedenen Themen an. Darunter fällt zum Beispiel: Beratung bei Arbeitslosigkeit, Ehe-, Partnerschafts- und Lebensproblemen, Erziehungs- und Familienberatung, Unterstützung bei Schulden oder Insolvenz, Migrationsberatung sowie Beratung bei Suchtproblemen. Ebenfalls verfügt die Diakonie Hochfranken über eine staatliche anerkannte Beratungsstelle für alle Schwangerschaftsfragen.
Das ist aber längst noch nicht alles. Neben dem Frauennotruf Hochfranken bietet der diakonische Träger auch noch Hilfe bei der Vermittlung von Selbsthilfegruppen an. Bei dem sozialpsychiatrischen Dienst finden Menschen mit psychischen Erkrankungen professionelle Hilfe. Die Diakonie betreut Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Etwa durch eine psychische Erkrankung, eine Behinderung oder aufgrund verschiedener Schicksalsschläge. Hier finden Betroffene beispielsweise Hilfe bei bürokratischen und behördlichen Angelegenheiten sowie rechtlichen Beistand. Diese Betreuung gibt es auch in Form von ambulant betreutem Wohnen.
Große Wirkung für kleines Geld
Auch im Kleinen hilft die Diakonie weiter. Sie haben einige Angebote erschaffen, die Menschen mit kleinem Geldbeutel weiterhelfen. Der Gebrauchtwarenladen „Hilfswerk der Diakonie im Park“ lädt zum Stöbern und Anprobieren ein. Dort findet man Kleidung, Schuhe, Textilien und Bettwaren, Bücher, Spielwaren und Nützliches für kleines Geld. Im „Zweitwerk“ in der Schollenteichstraße findet man gut erhaltene Möbel und größere Haushaltsgegenstände. Beide Einrichtungen nehmen gerne Sachspenden an, die noch in gutem Zustand sind.
Die Diakonie hilft aber auch dabei, dass einkommensschwache Menschen am sozialkulturellen Leben teilnehmen können. Björn Pausch erzählt mir: „Hof hat eine großartige Kulturszene. Der Zugang ist aber oft eine Frage des Geldes. Hierfür gibt es die Kulturloge. Dort werden Eintrittskarten und Tickets wie etwa fürs Theater gespendet und an Bedürftige vermittelt. Die Spenden kommen sowohl von Privatpersonen als auch von den Kultureinrichtungen selbst.“


Neben der bereits erwähnten Bonhoefferschule gibt es noch weitere Bildungseinrichtungen. In der Diakonie am Campus können Jugendliche mit Förderbedarf eine Ausbildung machen, dort lernen, leben und wohnen. Es gibt eine eigene Berufsschule, einen Jugendhilfebereich und viele Werkstätten, die ihre Leistungen für jedermann anbieten. Es gibt am Campus zum Beispiel das Ausbildungsrestaurant „Schelters“, das sowohl Bewirtung vor Ort als auch Catering anbietet. Aber auch eine Autowerkstatt und eine Gärtnerei, deren Leistungen jedermann in Anspruch nehmen kann.
Ebenfalls zu den Angeboten der Diakonie Hochfranken gehört das hochfränkische Bildungszentrum für Gesundheit und Pflege. Dort können Ausbildungen zur „Pflegefachfrau/-mann“ und „Pflegefachhelfer:in“ absolviert werden. Aber auch für andere Berufsgruppen hat der diakonische Träge etwas in petto. Bei der Hochfranken Akademie können sich sowohl die eigenen Mitarbeiter als auch Beschäftigte von anderen Firmen weiterbilden. Hier gibt es vielfältige Fort- und Weiterbildungsangebote zu aktuellen Themen.


Die Angebote der Diakonie Hochfranken umfassen auch Pflege in jedem Alter
Eines der zentralen Arbeitsfelder der Diakonie Hochfranken ist die Pflege von alten oder kranken Menschen. Die Angebote gliedern sich in unterschiedliche Bereiche auf.
Bei der ambulanten Pflege werden die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung betreut. Die Pflegekräfte der Diakonie kommen direkt ins eigene Zuhause – und mit ihnen Rücksicht, Kompetenz und Respekt. Hier zählt nicht nur, ob jemand Hilfe beim Ankleiden oder bei der Medikamentengabe benötigt, sondern eben auch das Gespräch am Morgen oder die helfende Hand beim Kaffeekochen. Ambulante Pflege bedeutet hier mehr als medizinische Versorgung: Sie bedeutet Würde und Lebensqualität in vertrauter Umgebung.
Es gibt aber auch vielfältige Angebote im stationären Pflegebereich. Sei es in Tagespflegeeinrichtungen, betreutem Wohnen oder in Alten- und Pflegeheimen, in jeder der Einrichtungen stehen die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen ganz im Mittelpunkt. Unterstützung gibt es bei der Diakonie bis zum Schluss. Das SAPV-Team versorgt Menschen, die an einer unheilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung leiden. Es geht darum, die belastenden körperlichen und psychischen Symptome zu Hause zu lindern. Die Menschen sollten ihre verbleibende Zeit ohne Angst und Schmerzen im vertrauten Umfeld verbringen können.


Engagiert? – Wie Ehrenamt funktioniert
Viele dieser Angebote leben davon, dass Menschen ihr Herz öffnen – und ihre Zeit. Ob im Hilfswerk, im betreuten Wohnen oder der Hospizbegleitung: Ehrenamtlicher Einsatz ist in der Diakonie Hochfranken kein Lückenfüller, sondern ein leuchtender Ausdruck gelebter Solidarität und christlicher Nächstenliebe. In fast allen Bereichen trifft man auf engagierte Menschen, die aus reinster Überzeugung unentgeltlich helfen möchten.
Die Diakonie bringt hier besondere Wertschätzung entgegen. „Ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten bei uns Schulungen, Vernetzung und Austausch. Sie werden von uns umfassend eingearbeitet und begleitet. Die Zusammenarbeit von hauptamtlichen Mitarbeitenden und freiwillig Engagierten hat in vielen Arbeitsfeldern der Diakonie Hochfranken eine lange Tradition“, erzählt Björn Pausch. Die Arbeit ist nicht nur für Betroffene und Hilfebedürftige bereichernd. Oft lernen die ehrenamtlichen Helfer persönlich mehr bei dieser sinnstiftenden Arbeit, als sie geben.
Ehrenamt wird im Hofer Land groß geschrieben. Mehr lesen:
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Mit Herz, Hand und Verstand: Die vielfältigen Angebote der Diakonie Hochfranken
Die Diakonie Hochfranken steht als verlässlicher Partner an der Seite der Menschen in der Region und bietet ein vielfältiges Spektrum an Unterstützung und Hilfsangeboten. Mit ihrem engagierten Team setzt sie sich für soziale Gerechtigkeit, Integration und individuelle Betreuung ein. Ob in der Pflege kranker und behinderter Menschen, in der Kinder- und Jugendarbeit oder bei der Beratung in schwierigen Lebenslagen – die Diakonie Hochfranken zeigt täglich, wie viel Herz und Kompetenz hinter ihren Diensten stehen.
Dabei legt sie besonderen Wert auf eine respektvolle und wertschätzende Begleitung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Durch innovative Projekte und eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Partnern trägt die Organisation dazu bei, das soziale Miteinander zu stärken und Lebensqualität zu verbessern. Die Diakonie Hochfranken ist nicht nur ein diakonischer Dienstleister, sondern ein wichtiger sozialer Motor im Hofer Land, der mit Engagement und Empathie für eine bessere Zukunft sorgt.