Im Hofer Land gibt es eine ganz besondere Musikgruppe namens “Hix Tradimix“. Die Gruppe Hix Tradimix ist eine ungewöhnliche Vater-Söhne-Band aus Unterhartmannsreuth. Gemeinsam bringen die Musiker „Volksmusik aus Oberfranken und sonstwoher“ auf die Bühne und haben richtig Spaß dabei! Die Hicks, seit 2022 ist der jüngste, Geiger Lorenz, als „Teilzeitaktivist“ am Start, verpassen traditioneller Musik mit viel Spielfreude und frischen Ideen einen modernen Groove. Was Hix Tradimix besonders macht? Die spürbare Verbindung untereinander. Hier wird nicht einfach zusammen musiziert, hier wird ein Stück Heimat gelebt, gespielt und weitergegeben. Genau das macht jeden ihrer raren Auftritte so authentisch, außergewöhnlich und sehenswert!
„Volksmusik aus Oberfranken und Sonstwoher“ Hix Tradimix


Hier gibt es noch einen Beitrag zum Theresienstein:
#schoeneaussichten: Panorama vom Bürgerpark Theresienstein in Hof
Charme, Dynamik und Spielfreude: Die Hick’s treffen direkt ins Ohr
Dass die Musik der momentan noch vierköpfigen Gruppe selbst Menschen, die keine eingefleischten Volksmusik-Fans sind, auf Anhieb gute Laune macht, stellte ich selbst ganz zufällig fest. Auf dem Geburtstag einer Bekannten spielten die Hicks eine kleine Auswahl ihrer Lieder. Es dauerte gar nicht lange, da hatte die Gruppe die volle Aufmerksamkeit der Gäste – und auch meine! Die vier Hicks, Lorenz spielte mit seiner Geige nur ganz kurz mit, versprühten beim Spielen ihren ganz eigenen Charme. Gepaart mit viel guter Laune hatten und haben die sympathischen Musiker in „nullkommanichts“ die Zuhörer bei sich. Mit ungewöhnlicher Dynamik in der Musik, extrem harmonischem Zusammenspiel und genau dem richtigen Drive geht der Mix der Hicks ohne Umweg direkt ins Ohr!
Musik mit Tradition und Drive, die direkt ins Ohr geht – Hix Tradimix
Wo Musik in der Familie gelebt wird: Hix Tradimix aus dem Hofer Land
An einem Sonntagabend treffe ich mich mit den fünf Musikanten der Familienband Hix Tradimix in Unterhartmannsreuth, einem Ortsteil von Feilitzsch, am Rande des Hofer Lands. Frank Hick hat mich und meinen Mann Michael kurzentschossen zu sich auf den „Hickenhof“ zur zünftigen Brotzeit eingeladen.
„Kommt doch einfach am Sonntagabend vorbei, wir essen zusammen und dann erzählen wir ein bisschen“, sagte er beim ersten Telefonat. So kam es, dass wir an einem Sonntag im März gemeinsam mit der kompletten Besetzung von Hix Tradimix um den großen Holztisch im Esszimmer sitzen. Martin (28), der älteste Sohn, der uns in Empfang nimmt, beantwortet mir gleich die ersten Fragen. Nach und nach treffen Vater Frank (52), seine Söhne Ferdinand (27), Moritz (26), der dreizehnjährige Lorenz ein und platzieren sich zu uns rund um den großen Holztisch.
Musik, die verbindet: Hix Tradimix weiß, wie es geht!
Franks Frau Beate sitzt natürlich mit in der Familienrunde. Sie ist die Einzige in der Familie, die kein Instrument spielt. „Von mir haben sie die Musikalität nicht“, stellt sie lachend klar. Dass das Familienoberhaupt Frank nicht nur der Chef auf dem Hof, sondern auch der Boss der Musikgruppe ist, ist schnell klar. Er erzählt mir die Geschichte um das Entstehen von Hix Tradimix, die damit begann, dass er selbst als Kind ein Musikinstrument, die Klarinette, spielen lernen durfte. Er lernte bei Hans Hofmann, einem guten, aber auch strengen Musiklehrer, der selbst ein musikalisches Urgestein war. „Es muss swingen“, war dessen Devise, die Frank auch so übernommen hat.
Aus gemeinsamer Leidenschaft entsteht Musik, die verbindet.
Musikalische Urgesteine aus dem Hofer Land
Seine ersten Schritte in einer Gruppe machte Frank Hick übrigens bei den „Jungen Regnitztalern“, einer Musikgruppe, die sein Musiklehrer Hofmann ins Leben gerufen hatte. So richtig auf Bühnenbrettern zu spielen, lernte er aber einige Jahre später mit der Band „Dreischlag“.
In einer Blaskapelle zu spielen war für den Klarinettisten und Saxophonisten übrigens nie eine Option. Mit seiner eigenen Familien-Combo spielt Frank Hick Volksmusik, die er mit anderen Musikarten, beispielsweise Musik aus dem Balkan, Klängen aus Südamerika oder Stücken von Liedermachern „mixt“. „Ich spiele Klarinette und Saxophon – und hier und da bin ich für den Gesang verantwortlich. Die Lieder von Tradimix tragen Namen wie zum Beispiel „Weltenbummler“, „Der Draufgänger Dreher“ oder „Moliendo Café“, dessen Name eine Anspielung auf ein aromatisches Familienrezept, Kaffee mit frischem Zimt, ist.

„Es muss swingen“ Ausspruch von Frank Hick´s früherem Musiklehrer, der auch ihn geprägt hat.
Wie der Vater so die Söhne – Musik mit Groove und Tradition
Als Musiker war es für den Familienvater Frank klar, dass er auch seinen Kindern die Musik nahebringen wollte. So machte Sohn Martin schon als Sechsjähriger die ersten musikalischen Schritte und lernte das Akkordeon spielen. Zunächst auf einem kleinen Mini-Akkordeon. Sein jüngerer Bruder Ferdinand entschied sich im Alter von rund sieben Jahren für das Instrument seines Vaters, die Klarinette.
Dem dritten Sohn, Moritz, wurde der Part für die tiefen Töne, wie Frank Hick lachend zugibt, schon etwas „schmackhaft“ gemacht. „Ich schwärmte ihm vor, welch ein schönes, großes, glänzendes Instrument die Tuba ist“, erzählt er schelmisch grinsend. Folglich übernahm Moritz tatsächlich die Tuba und komplettierte damit die Familien-Musikgruppe. Nachzügler Lorenz lernt Geige spielen, was besonders bei den Klezmer-Stücken perfekt passt. Überhaupt integriert er sich mit seinem Instrument bei einigen Stücken schon ganz hervorragend in die bestehende Gruppe.





Landwirtschaft im Hofer Land – zwischen Tradition und Moderne
Wie Sein Vater Frank, besucht auch der jüngste Hick das Jean-Paul-Gymnasium in Hof. Dort, im musischen Zweig, ist er als junger Musiker ebenso perfekt untergebracht, wie vor ihm schon seine Brüder. Die vier Söhne der Familie Hick leben alle noch daheim auf dem Hickenhof im Ortskern von Unterhartmannsreuth. Das ermöglicht beispielsweise auch, dass sich Ferdinand, wenn es am Wochenende mal richtig spät wird, von seinem jüngeren Bruder Lorenz bei der morgendlichen Stallarbeit vertreten lässt, kann auch mal vorkommen. Familie machts möglich.
So sind die größeren Söhne der Hicks, teils nach ihrem Studium, mit echter „Menpower“ alle auf dem heimatlichen Hof als Landwirte mit am Start. In dem Familienbetrieb mit der Biogasanlage oberhalb des Dorfes gibt´s nämlich immer viel zu tun. Darüber hinaus haben sie teilweise aber auch noch weitere berufliche Standbeine außerhalb des elterlichen Betriebes.
Landwirtschaft ist vielseitig. Alles hängt in gewisser Art und Weise zusammen. Nicht nur Natur und Technik, sondern auch Mensch und Tier, Tradition und Moderne.




Familienbande, Tradition und Leben im Hofer Land
Klar, wie in allen Familien sind sich auch die Hicks nicht immer einig. „Wer meint, es ist alles immer nur harmonisch bei uns, der liegt falsch“, berichtet mir Frank. Dass aber die älteren Söhne beruflich in die Fußstapfen ihres Vaters traten, aber auch den Jagdschein in der Tasche haben, spricht dennoch für sich.
Und sicherlich gibt’s außer Musik, Arbeit und Jagd genügend Themen für den Hick´schen Männertisch, an dem Mutter Beate quasi die Quotenfrau ist. Dabei sind es viele Geschichten, welche die Jungs von Hix Tradimix bei ihren Auftritten erlebt haben, über die sie lachend feixen. Und, auch wenn es mal so richtig „kracht“ bei den Hicks, ist eines ganz sicher: „Wir kotzen uns schon mal richtig an! Aber wenn der Auftritt vorbei ist, ist immer alles wieder gut“, das verrät mir Ferdinand beim Gespräch lachend.
Wenn der Auftritt vorbei ist, ist immer alles wieder gut! Ferdinand Hick

Familie, Musik, Tradition und Heimatverbundenheit
Rund sechs Auftritte spielt das Quintett im Jahr. Das Repertoire der Familienband umfasst inzwischen mindestens 70 Stücke – hin und wieder kommt auch wieder mal was Neues dazu, denn Frank Hick „kreiert“ auch eigene Lieder. „Es ist eher „Kreieren“, als komponieren“, erklärt mir Frank Hick bescheiden. Er spielt übrigens noch in einer anderen Musikformation, dem „Swing-Dudel-Tett“.
Gibt es auch neue Stücke bei Hix Tradimix? „Kommt mir beispielsweise eine Melodie in den Kopf, dann pfeife ich sie ins Handy, um sie nicht zu vergessen.“ So entstehen die neuen Lieder für die Hick´sche Musikgruppe. Martin, der Mann am Akkordeon, ist hierzu seine „rechte Hand“. Die Auftritte der fünf Hicks sind übrigens „handverlesen“. Da sind sich auch alle fünf Musikanten einig: „Wir spielen nur da, wo es passt!“ Denn es geht ihnen ausschließlich um den Spaß an der Musik – berühmt wollten sie eh nie werden, feixen sie lachend.
„Ich bin Landwirt mit Leib und Seele und ich wollte auch nie etwas anderes“, Frank Hick

Zwischen Natur und Kultur – Leben im Hofer Land
„Ich finde es schön hier im Hofer Land zu leben und möchte auch nirgends anders sein“, schwelgt Martin, genau wie sein Vater. „Hier hat man die Freiheit, mehr oder weniger zu machen, was man will. Man hat seine Ruhe und viel schöne Natur rundherum und man ist auch schnell mal woanders. Es gibt ja bei uns in der Gegend auch viele schöne kulturelle Angebote, die man nur wahrnehmen muss.“ Martin Hick hat sich, nach absolviertem landwirtschaftlichem Studium, auch ein zweites Standbein aufgebaut. Er bietet mit seiner Firma „Geoservices“, verschiedene Geodaten und Vermessungsservices an. (https://hickenhof.de/Geoservices/)
Zitat: „Mit a wengla Geld in der Taschn und Freid im Herzn lebt sichs doch ganz schee“, Martin Hick
Insta Madin Hick: @maddinontour

Vom Hofer Land ins Radio und Fernsehen
Einige Tradimix – Lieder wurden vom Radiosender BR Heimat aufgenommen und laufen dort regelmäßig. Mehrfach waren die Musiker auch im Fernsehen zu sehen. Beispielsweise bei den „Wirtshausmusikanten“ oder in der Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“. So gibt es auch ein Musikvideo, welches die Musiker aus dem Hofer Land zusammen mit BR Heimat Nürnberg produziert haben.
Mit der Veranstaltung „Kultur vom Land“ machen die Hicks und weitere Künstler bereits zwei Mal auch ganz heimatnah auf sich aufmerksam. Dabei wurden Kultur, Unterhaltung, Entertainment und natürlich Volksmusik gekonnt unter einen Hut gebracht. Die vielen Helfer der Dorfgemeinschaft Unterhartmannsreuth machten es möglich, dass rund 300 begeisterte Besucher sich an dem Event – das bisher einmal „Open Air“ und einmal in einer zur Kulturscheune umgestalteten Maschinenhalle in Unterhartmannsreuth stattfand, erfreuen konnten. Ein absolutes Highlight für die Tradimix-Truppe war übrigens auch der Auftritt beim Festival „Brass Wiesn“ in Eching bei München.
Und was sind bei Hix Tradimix die Pläne für die Zukunft? „Wir haben kein festes Ziel, wir lassen und treiben. Jeder Auftritt, der uns Spaß macht, ist unser nächstes Ziel.“

Auf der Hix-Homepage, unter „Do spill´n mer fei“ kann man die nächsten Auftritte von Tradimix finden.
Eine kleine Hörprobe findet ihr hier:
Noch mehr interessantes aus dem Hofer Land auf dem Stadt.Land.Hof Blog:
Klanghof Oberfranken – wo Musik zum Leben erwacht
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