#schoeneaussichten: Burg Lichtenberg im Naturpark Frankenwald

Der Aussichtspunkt, den wir in dieser Folge von „Schöne Aussichten im Hofer Land“ vorstellen, liegt im idyllischen Städtchen Lichtenberg im Naturpark Frankenwald. Der Blick von der Burgruine reicht hinüber nach Thüringen.

Panorama: Die Lichtenberger Burg thront über dem Höllental mit Blick von Franken bis Thüringen

Wohin schauen wir von hier? Die Burg Lichtenberg ist eine so genannte Spornburg, die auf einem Bergsporn hoch über dem Tal der Selbitz thront und auf die umgebenden Täler und Höhen blickt. Zwischen Lichtenberg und dem Nachbarort Issigau durchfließt die Selbitz das wildromantische Höllental. Mit seinen Felswänden, Stegen und Wanderwegen ist das Tal eines der beliebtesten Ausflugsziele im Hofer Land. Etwas weiter nördlich ist dann schon das thüringische Schiefergebirge und der Nachbarort Blankenstein zu sehen. Gleich dort unten in Thüringen mündet die Selbitz in die Saale. Und der berühmte Rennsteig beginnt seinen Verlauf über den Thüringer Wald. Ja, genau: Lichtenberg lag einst an der deutsch-deutschen Grenze – und liegt somit heute am Grünen Band, dem einzigartigen Verbund von Naturreservaten. Auch auf StadtLandHof haben wir schon vom Grünen Band erzählt.

Alles da für den Urlaub: Historische Altstadt, Badesee, Campingplatz, Wanderwege, Gastronomie, Unterkünfte, Kultur, Besucherbergwerk …

Im Rücken der Burg liegt der gut erhaltene historische Ortskern mit seinen verwinkelten Gassen. Lichtenberg in Oberfranken ist gemessen an der Einwohnerzahl eine der kleinsten Städte Bayerns. Doch es hat alles, was man für einen Aktivurlaub oder einen Tagesausflug braucht: eine malerische Altstadt, einen Badesee, einen Campingplatz, ein Feriendorf, Radwege, Wanderwege, traumhafte Natur, das Höllental, hervorragende Gastronomie. Und eben auch eine historische Burg mit einem wunderbaren Panoramablick. Und als wäre die herrliche Aussicht vom Burgberg – oder „Schlossberg“ – noch nicht gut genug, gibt es zusätzlich einen 25 Meter hohen Aussichtsturm. Vom Schlossbergturm aus genießt man einen noch erhabeneren Blick. Der heutige Turm ist nicht original, sondern wurde 1936 auf dem sieben Meter hohen Mauerstumpf des früheren, aus dem Mittelalter stammenden Bergfrieds erbaut.

Einst ein prachtvolles Schloss, heute eine lebendige Burgruine

Die übrige Burg, die im 12. Jahrhundert durch die Herzöge von Meranien erbaut wurde und einst als eines der prächtigsten Renaissance-Schlösser Frankens galt, ist heute eine Ruine. Denn im Jahr 1634, im Dreißigjährigen Krieg, wurde Lichtenberg zerstört und das Schloss niedergebrannt. Doch tief unter der Grasnarbe des Burgbergs sind durchaus noch umfangreiche Kelleranlagen mit Gängen und Katakomben erhalten. Sie wurden mit viel Hingabe von den Lichtenbergerinnen und Lichtenbergern hergerichtet und sind heute zugänglich. Ein Keller ist sogar als Trauraum gewidmet, so dass hier Eheschließungen stattfinden können.

Feiern beim Burgfest Lichtenberg und beim Wiesenfest

Zum beliebten Burgfest im September kommen Besucher aus nah und fern hierher. Gefeiert wird in der Altstadt, auf dem Schlossberg und in den Kelleranlagen der Ruine. Auch die in den Frankenwald zurückgekehrte Museumsleiterin Dr. Magdalena Bayeuther hat uns bei StadtLandHof schon verraten, dass das Burgfest eines ihrer jährlichen Highlights ist. Ebenso wie das Lichtenberger Heimat- und Wiesenfest im Juli, dessen Tradition seit über 180 Jahren gepflegt wird und das als eines der schönsten Feste im Frankenwald gilt.
Auch das Burgfest ist als besonders stimmungsvoll bekannt, und man spürt bei einem Besuch: die Lichtenberger lieben ihre Burg. Und sie haben einen großen Gemeinschaftssinn. Die Burgruine wurde zwar durchaus mit öffentlichen Fördermitteln schrittweise in ihren heutigen, nutzbaren Zustand versetzt. Aber eben auch durch zahlreiche Spenden und ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit, etwa der „Burgfreunde Lichtenberg“. Deren Vereinszweck ist es, die Burganlage instand zu halten und touristisch aufzuwerten.

Lichtenberg: Rund ums Jahr ein lohnendes Ausflugsziel im Hofer Land

Doch auch, wenn kein Burgfest ist, lohnt ein Besuch in Lichtenberg. Wirtshäuser und Cafés locken mit kulinarischen Freuden. Wie das weithin bekannte Restaurant „Harmonie“ gleich am Schlossberg Nr. 2, das wir auf StadtLandHof schon vorgestellt haben. Übernachten kann man direkt an der Burgruine im Burghotel, aber auch in etlichen Pensionen, Ferienwohnungen oder den Ferienhäusern des Feriendorfes. Direkt am Frankenwaldsee findet sich ein Campingplatz, unter anderem mit Wohnmobilstellplätzen, wie bereits auf StadtLandHof berichtet.
Gäste, die sich für Kultur und Geschichte interessieren, finden zwei besondere Schmankerl: Die Musikbegegnungsstätte Haus Marteau, wo jährlich ein internationaler Violinwettbewerb ausgetragen wird. Und das Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen, das auf Alexander von Humboldt zurückgeht. Die historische Grube ist für Besucher zugänglich, die hier die faszinierende Welt des alten Bergbaus erleben.

Welcher Wanderweg darf es sein? Oder doch lieber Radfahren?

Wer nicht nur zum Schlemmen und Schauen nach Lichtenberg kommt, findet unzählige Möglichkeiten zum Wandern oder Radfahren. Der Naturpark Frankenwald verfügt über ein dichtes, sehr gut ausgebautes Netz an Wanderwegen. Vom Frankenwaldsteigla bis zum Fernwanderweg. Hier in der thüringisch-fränkischen Nachbarschaft verläuft neben dem Rennsteig auch der Frankenweg, der Kammweg Vogtland-Erzgebirge sowie der Fränkische Gebirgsweg. In Thüringen lockt der Saale-Orla-Wanderweg. Das Höllental wartet mit zahlreichen Wanderwegen und bis zu 160 Meter hohen Felsgruppen auf. Über dem Tal thronen weitere beeindruckende Aussichtspunkte, wie der „König David“ oder der „Hirschsprung“. Auch am Grünen Band kann gewandert werden: Lichtenberg empfiehlt sich als Ausgangspunkt für zwölf Wanderungen und drei Radtouren entlang des Grünen Bandes durch die Naturparks Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale und Frankenwald. Auch direkt über den Schlossberg führen Wanderwege: der Seenweg, der Humboldtweg sowie der Schlossberg-Weg des Frankenwaldvereins. Auf Radfahrer warten in der Umgebung der Selbitztal-Radweg, der Saaleradweg und der Rennsteigradweg.

Worauf also noch warten? Auf nach Lichtenberg im Frankenwald!

Tipps für einen Ausflug zur Lichtenberger Burg vom jüngsten Bürgermeister Bayerns, Kristan von Waldenfels, höchstpersönlich:

  • Der Burgberg steht, wie auch die ganze Lichtenberger Altstadt, unter Ensemble-Schutz und ist uneingeschränkt zugänglich.
  • Der Schlüssel zum Schlossbergturm ist in der benachbarten Gaststätte Harmonie hinterlegt.
  • Für den Schlüssel zur Kelleranlage der Burg wendet man sich ans Rathaus.

Bildquellen:
Vielen Dank an Bürgermeister Kristan von Waldenfels sowie das Drohnenteam Hermann Hohenberger und Vanessa Wagner vom Einstein1 Digitales Gründerzentrum (Video und Titelbild).
Lichtenberg und Umgebung: Stadt Lichtenberg, Fotograf Helmut Welte.
Blick nach Blankenstein, Umgebung/Aussichtspunkt, Burgfest, Eichensteiner Blick: Dagmar Müller.

Urlaub in Lichtenberg und im Selbitztal

Informationen zu Unterkünften, Gastronomie, Ausflugszielen:

Stadt Lichtenberg:
https://www.stadt-lichtenberg.de

Ferienregion Selbitztal-Döbraberg:
https://www.selbitztal.de

Frankenwald-Tourismus:
https://www.frankenwald-tourismus.de

Lichtenberg im Geoportal des Landkreises Hof (Wanderwege etc.):
https://www.vianovis.net/lkr-hof/?brand=lichtenberg

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Dagmar Müller

StadtLandHof-Bloggerin Dagmar Müller hat einen Hofer “Lichtenberger Burgfreund” zum Bruder. Das färbt ab.