Tour de Fahrrad-Bus: Mit dem Rad vom Hofer Land nach Kronach, mit dem Shuttle zurück

Im Hofer Land gibt es ein tolles Netz an Ausflugsbussen – je nach Bedarf auch Fahrradbus, Wanderbus oder Skaterbus genannt. Es verbindet unsere schöne Heimat mit weiteren attraktiven Freizeitregionen in der Nachbarschaft. So bestehen von Mai bis Anfang November an Samstagen, Sonn- und Feiertagen Busverbindungen inklusive Fahrradtransport in den Frankenwald, ins Fichtelgebirge, in die Fränkische Schweiz und nach Thüringen. Stadt-Land-Hof-Autorin Heike Richter hat bei einer Radtour die Radbus-Verbindung zwischen Kronach und Bad Steben ausprobiert. Davon erzählt sie in diesem Beitrag.

Radeln im Frankenwald: Eine Drahtesel-Tour mit Pferdestärken-Heimfahrt

Unser Ziel für dieses Sommer-Wochenende: Mit dem Fahrrad von Bad Steben nach Kronach und gemütlich mit dem Fahrrad-Bus zurück. Da dies unsere erste Tour mit dem Rad-Bus ist, informiere ich mich zuerst über die Website frankenwald-mobil.de. Die Seite ist schön übersichtlich aufgebaut und man findet sich ohne Probleme zurecht. Einfach das Liniennetz anklicken und schon kann man kann sich seine persönliche Route heraussuchen.

Ausflug mit dem Fahrradbus von “3F mobil”: Tourenplanung und Reservierung online

Das Netz ist ziemlich groß und der Landkreis Hof ist, in diesem Fall durch die Tälerlinie (Liniennetz), perfekt angebunden. Auf der Webseite gibt’s übrigens auch schöne Tourenvorschläge. Die Reservierung geht ganz einfach online oder per Telefon und als Bestätigung erhält man eine Mail. Auch wer keine Mailadresse hat, kann sich sicher sein, dass die Reservierung steht. Diese ist aber nicht zwingend notwendig. Die Rad-Busse fahren an den Wochenenden und diversen Feiertagen.

Wer sich traut, kann den Radbus auf gut Glück nutzen. Aber sicher ist sicher: lieber reservieren.

Wer sich traut, kann an diesen Tagen „auf gut Glück“, also ohne sich vorher einen Platz zu sichern, mit dem Bus fahren. Wenn allerdings alle Radanhänger belegt sind, muss man entweder auf den nächsten Bus warten, oder die Heimreise wieder mit dem Rad antreten. Also, sicher ist sicher – lieber reservieren. Alle Informationen gibt’s übrigens auch in der Broschüre 3F-mobil.

Es kann losgehen: Auf von Bad Steben nach Kronach!

Nachdem wir uns unsere eigene Radroute Richtung Kronach zusammengebastelt haben, geht es an diesem Sonntag bei bedecktem Himmel, schwülen 25,5 Grad um 9.00 Uhr in Bad Steben los. Kaum beginnen wir unsere Fahrt, liegt auch schon der erste Anstieg vor uns. Den überwinden wir, ganz ohne elektrische Unterstützung, mit Muskelkraft. Der grandiose Blick vom Hügel Richtung Bobengrün bremst uns ganz oben kurz aus, denn es ist Zeit, für das erste Ausblick-Foto des Tages.

Bergab rollt sich’s leicht durch Schafhof, wo ich schon wieder stoppen muss, um Bilder von den beiden idyllischen Teichen links und rechts des Weges zu machen. Und schon radeln wir auf den nächsten Hügel zu. An diesem Berg fühlen wir uns vom Spalier der Allee-Bäume begrüßt und erobern ihn, bevor wir in Bobengrün einlaufen.

Entdeckungen am Wegesrand … Weiterlesen:

Entdeckungen in Bobengrün

Hier biegen wir an der Hauptstraße nach rechts ab und entdecken das Dorfläjdla, wo gerade ein Grillwagen aufgebaut wird. Neugierig halten wir an und fragen nach. Michael Krauß verrät uns, dass hier heute das einjährige Bestehen des Dorfläjdla’s gefeiert wird. Das kleine Selbstbedienungs-Geschäft hat Michael Krauß zusammen mit Christian Köhn, Florian Spindler und Irmgard Wölfel ins Leben gerufen. Im Verkaufsraum können die Kunden sich jeden Tag von 7.00 Uhr bis zur Dämmerung mit Lebensmitteln versorgen. Es gibt Wurst, Fleisch, Sauerkraut, Eier, Nudeln, Brötchen und einiges mehr. Im Laden steht eine „Kasse des Vertrauens“ für die Bezahlung bereit.

Das Dorfläjdla: Stärkung und Tipps inklusive

Alle Waren sind aus der Region und werden immer frisch aufgefüllt. Die sympathischen Betreiber geben uns noch ein paar Tipps für unsere Route, weisen uns auf die Wand mit den Flyern und Karten hin und wünschen uns gute Fahrt. Übrigens wird das Dorfläjdla wegen der Info-Wand auch scherzhaft als „Außenstelle der Tourismus-Information Bad Steben“ bezeichnet. Wir finden’s irgendwie passend. Nun aber schleunigst weiter, denn schließlich wartet noch eine ziemliche Strecke auf uns.

Mit dem Fahrrad: Täler, Höhen und traumhafte Aussichten

Wir machen uns auf die Socken und schon hängen wir wieder an einer Steigung, wo sich in Richtung Gerlas die Straße den Berg hochschlängelt, uns aber als Belohnung ganz oben wieder eine wunderbare Aussicht bietet. Ich hoffe, dass dies die letzte Rampe auf unserer Tour ist. Fast – nur einmal noch muss ich einen Berg besiegen, dann geht’s nur ganz fröhlich nur noch bergab. So ist er halt, unser Frankenwald. Voller Hügel und Täler, die einem sowohl oben als auch unten sehenswerte Kostbarkeiten eröffnen.

Wir durchqueren Gerlas und biegen, kurz vor der Elbe/Rhein-Wasserscheide links ab, um dann rechts in den Gerlaser Forst einzubiegen, den wir auf einem wunderschönen Weg durchqueren und dann im Geroldsgrüner Forst dem Weg hinunter ins Lamitztal und dem Hinweisschild zum Lamitzblick folgen.

Wenn Sie lieber wandern … Weiterlesen:

Genussradeln: Rast mit Ausblick

Die Bank, die dort auf dem höchsten Felsen steht, lädt uns ein, Platz zu nehmen und den Blick über das opulente Bäume-Meer des Frankenwaldes schweifen zu lassen. Wir lassen uns nicht lange bitten und packen hier unser Frühstücks-Picknick aus. Die Füße auf die Felserhebung vor der Bank gelegt, verspeisen wir die Leckereien und sind verliebt in unsere Heimat. Zu hören ist nichts als das Gezwitscher der Vögel und inzwischen scheint uns auch die Sonne auf den Rücken.

Füße hoch und Leckereien verspeisen. Wir sind verliebt in unsere Heimat!

Gestärkt machen wir einer Wandergruppe Platz, schwingen uns auf unsere Drahtesel und biegen rechts ab, wo uns der Weg, entlang der Lamitz unter dem Dach des Frankenwaldes hinunter ins Tal führt. Auch hier ist die Strecke, wie überall auf unserer Tour, von frischem, sattem Grün gesäumt. Diesmal sind es Farne, die links und rechts ausladend am Wegesrand schaukeln. Was uns als Nicht-E-Biker besonders gut gefällt: Ab dem Lamitzblick geht die Tour nur noch bergab und man kann ohne große Anstrengung die Fahrt genießen.

Abkühlung am Fluss

Wir rollen, weiter flankiert von der Lamitz, auf einem gut befahrbaren Schotter-Weg und finden den großen Floßteich, der nahe der Grenze des Landkreises Hof liegt. Wir machen kurz Halt und studieren die Infotafel an der kleinen Holzhütte, die von der Tradition des Flößens im Frankenwald erzählt. Der obere Steg, der um die Hütte verläuft, ist leider baufällig und gesperrt, aber wir können vom unteren Metallsteg aus das aus dem Teich rauschende Wasser betrachten. Kühl ist es hier, was uns gut gefällt, da es inzwischen ziemlich heiß geworden ist.

Natur pur am Lamitzpfad: Erlebnistour mit Blumenwiesen

Weiter geht’s, vorbei an schier endlosen, üppig bunt blühenden Wiesen, durchs Wiesental. Bis wir auf die Straße Richtung Schnappenhammer kommen, der wir folgen. Ein ausgemähter Steig und Hinweisschilder in der Wiese erregen unsere Aufmerksamkeit. Wir verlassen kurz unsere Route und finden den Lamitzpfad. Diese 5,2 km lange Rundwanderung beginnt in Schnappenhammer und gibt einen wunderbaren Einblick in die Schätze der Flora und Fauna des Naturparks Frankenwald. Sie ist sogar im Wanderbuch „ErlebnisTouren mit Kindern Nördliches Franken“ verzeichnet.

Mit dem Rad auf den Spuren der Flößer

Wieder auf der wenig befahrenen Straße zurück, trudeln wir kurze Zeit später in Schnappenhammer ein. Hier beginnen die beliebten Floßfahrten und wir schauen uns kurz um, bis wir die B 173 queren und auf den Radweg entlang der Wilden Rodach ins schöne Rodachtal fahren. Auf dem gut ausgebauten, geteerten Weg kann man die Spuren der Flößer weiter verfolgen.

Es beginnt leicht zu regnen. Für uns zu wenig, um die Regenjacken auszupacken. Wir nehmen die willkommene Abkühlung an diesem heißen Sommertag gerne mit. Der Weg führt durch den hübschen Ort Wallenfels, vorbei am Flößerhaus mit dem hölzern geschnitzten Flößer, weiter durch die Ortschaften Erlabrück, Zeyern, Unterrodach Richtung Kronach.

Entlang der Wilden Rodach: Mohnwiesen und ein Geopfad

Auch hier schauen wir uns neugierig um oder stoppen kurz, da es immer wieder Interessantes entlang der Strecke zu sehen gibt. Die Etappe entlang der Wilden Rodach verläuft mal links, mal rechts des Flüsschens und teilweise nahe der B173, bietet aber auch hier immer wieder mit herrlichen Blicken auf den Fluss und über blühende Mohn-Wiesen tolle Eindrücke.

Weiter verläuft die Radstrecke entlang eines Geopfades, wo große Findlinge verschiedenster, gekennzeichneter Steinarten den Wegrand begrenzen.

Tagesziel erreicht: Willkommen in Kronach

Als wir in Kronach eintreffen, ist es ca. 13.30 Uhr. Wir können uns nicht gerade damit rühmen, die Tour flott hinter uns gebracht zu haben. Aber für uns war es wichtiger, die besonderen Stellen unserer Heimat, besonders die des Naturparks Frankenwald, zu würdigen und zu genießen, als im Renntempo daran vorbei zu brettern.

Entspannt gönnen wir uns nun ein leckeres Mittagessen und ein frisch gezapftes Bierchen. Denn schließlich müssen wir den Rückweg nicht mit den Drahteseln antreten, sondern freuen uns schon auf den Rückweg mit dem Wanderrad-Bus, den wir für 15.15 Uhr reserviert haben.

Bequem: Heimfahrt mit dem Radbus

Nach einer Mini-Tour durch Kronach, fahren wir zum Bahnhof, wo schon der Rad-Bus mit dem großen Radanhänger bereitsteht. Der nette Fahrer lädt die Räder auf und befestigt sie sicher. Wir steigen in den Bus, bezahlen unsere Pauschale von 8 € pro Fahrgast, Familien zahlen 16 €.

Wir suchen uns unsere Plätze und genießen die Rückfahrt, bei der wir das Frankenwald-Panorama noch einmal auf uns wirken lassen. Da wir nicht entlang der Busstrecke der Tälerlinie nach Kronach geradelt sind, gönnen wir uns jetzt die Sightseeing-Tour mit dem Rad-Bus durch die Ortschaften des Frankenwaldes. Der Bus hält auch in kleinen Dörfern, so dass die Anbindung für viele Radler möglich ist. Auf der Route sehen wir einige Gaststätten und Imbisse, wo sich die Radler oder Wanderer stärken können.

Pünktlich nach Fahrplan treffen wir am Bahnhof in Bad Steben ein. Der Busfahrer lädt unsere Räder ab und fährt weiter bis Hof. Wir schieben die letzten Meter zum Auto und laden unsere Räder und die Rucksäcke ein.

 

Fazit: Klare Empfehlung des Radbus-Angebots rund um Stadt und Landkreis Hof

Unser Resümee: Die Strecke mit rund 42 Kilometern Länge ist für geübte und ungeübte Radler gleichfalls geeignet. Die Wege sind gut befahrbar und auch für Kinder gibt es jede Menge Lehrreiches zu entdecken. Eine gute Portion Muskelkraft braucht man nur auf den ersten Kilometern, wo einige Steigungen gemeistert werden müssen. E-Biker freuen sich, hier, ihre Unterstützung zuschalten zu können. Nur wenige Kilometer müssen auf, in unserem Fall wenig befahrenen, Nebenstraßen gefahren werden. Alles andere sind Wald- und Feldwege. Wir werden den Wanderrad-Bus auf jeden Fall wieder nutzen und freuen uns über diese Möglichkeit unseren Radius von Hof aus immens zu vergrößern.

 

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Radwege im Hofer Land: Zwei Rückkehrerinnen und ihre Tourenvorschläge – Teil 3/3 – StadtLandHof

Die Rad- und Ausflugsbusse von 3F-mobil

Im Jahr 2000 wurde die erste Fahrradbuslinie, die heutige Tälerlinie, zwischen Kronach und Bad Steben eingerichtet. Damals ahnte man noch nicht, dass sich daraus ein Gesamtnetz über sieben Landkreise und eine Ländergrenze hinweg entwickeln würde.

3F steht für die Anfangsbuchstaben der drei beteiligten Naturparke, dem lieblich-herbschönen Frankenwald, dem imposanten Fichtelgebirge und der romantischen Fränkischen Schweiz.

Mehr über das Netz unter: Über das Netz – Das Fahrrad-, Ausflugs- und Wanderbusnetz (frankenwald-mobil.de)

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Heike Richter