Weihnachtsbaumverkauf der Hospitalstiftung Hof – Geheimtipp im Advent

Auf der Suche nach einem Weihnachtsbaum aus regionalem, nachhaltigem Anbau? Dann haben wir einen besonderen Tipp: Den Weihnachtsbaumverkauf der Hospitalstiftung, den etwas anderen Christbaumverkauf. Für die einen ist er bereits eine liebgewonnene Tradition im Advent, für die anderen noch ein echter Geheimtipp. Haben Sie noch nicht gewusst? Wir erzählen Ihnen hier davon.

Frisch aus dem Wald: Weihnachtsbäume, lokal und nachhaltig

Wenn es kalt wird im Hofer Land, der erste Schnee fällt und der Advent beginnt, dann findet im Wald irgendwo zwischen Hof und Leupoldsgrün ein ganz besonderer Termin statt: Die Hospitalstiftung lädt ein zum Verkauf ihrer selbstgezogenen Christbäume!

Den Termin muss man kennen, denn der Verkauf findet jedes Jahr nur an wenigen Wochenenden im Advent statt. Merken Sie sich am besten jedes Jahr den Samstag des 1. Advent dafür vor. Weitere Verkaufstermine können dann – je nach Jahr – noch hinzukommen.

Das sind die Termine für den Weihnachtsbaumverkauf der Hospitalstiftung Hof 2022:

  • Am Wochenende des 1. Advent, am 26. und 27.11.2022, findet jeweils von 10 bis 16 Uhr in der Nähe des alten Forsthauses in Pretschenreuth der Weihnachtsbaumverkauf der Hospitalstiftung Hof statt. Dann ist mit Bratwurst und Glühwein auch für das leibliche Wohl gesorgt.
  • Dieses Jahr wird auch an den Samstagen – 03.12. und 10.12. – ein Baumverkauf stattfinden. An diesen Tagen von 10 – 15 Uhr, jedoch ohne Bratwurst und Glühwein. 
  • Angeboten werden Nordmanntannen in einer Größe von 1 – 3 m, die Sie selbst aussuchen und einschlagen können.  

Nordmanntannen aus dem Hofer Land – regionaler geht’s nicht

Michael Kießling aus Hof ist das ganze Jahr für die Finanzen der Hospitalstiftung zuständig – und im Advent dann auch für die Kasse beim Weihnachtsbaumverkauf. Wie wird aus einem Verwaltungsbeamten ein Christbaumverkäufer? Wie kam es eigentlich zum Weihnachtsbaumverkauf?

Die Legende erzählt, dass die Hospitalstiftung, die in der Stadt Hof ja unter anderem Seniorenwohnanlagen und Altenheime betreibt (und nicht nur nebenbei auch Waldflächen besitzt, aber dazu später mehr) um das Jahr 1999 auf die Idee zum Christbaum-Anbau für den eigenen Bedarf kam, weil man für die eigenen Einrichtungen Christbäume brauchte.

Inzwischen wachsen die eigens für den Weihnachtsbaumverkauf bzw. den eigenen Bedarf angebauten Nordmanntannen der Hospitalstiftung auf einer Waldfläche von etwa drei Hektar in Pretschenreuth bei Föhrenreuth. Rund 200 bis 300 Bäume warten hier auf ihre neuen Besitzer. Der Verkauf findet direkt vor Ort im Wald statt. Jeder kann hierher kommen, sich einen Baum aussuchen und ihn auch selbst fällen. Bei Bedarf helfen Revierleiter Frank Hellfritzsch und sein Team natürlich gerne dabei.

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Beliebte Tradition im Advent – und ein Hauch von Waldweihnacht mit Bratwurst und Glühwein

„Den richtig öffentlichen Verkauf für Jedermann gibt es erst seit 2017“, erzählt Michael Kießling. „Die Idee ist allerdings schon 2012 entstanden. Die Bäume brauchen ja zirka fünf Jahre, um eine gewisse Größe zu erreichen.“

Nostalgisch erzählt er vom allerersten offiziellen Verkaufstermin im winterlichen Pretschenreuth: „Unsere Hütte war 2017 erst im Bau, es war kalt, Schneetreiben setzte am Nachmittag ein und es wehte ein starker Wind. Doch Glühwein, Hofer Bratwürste und Musik aus dem CD-Player sorgten für eine vorweihnachtliche Stimmung.“ Mitten im Wald. Die Nachfrage beim allerersten Verkauf hielt sich noch in Grenzen, berichtet er.

„Aber alle, die da waren, wollten im nächsten Jahr wiederkommen“, erinnert sich der Herr über die Weihnachtsbaum-Kasse. „Dieses positive Feedback war für die Hospitalstiftung Motivation, um weiter zu machen. Und so entwickelte sich durch Mundpropaganda über die Jahre hinweg ein Erlebnis für Jung und Alt, und die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen aus der Region stieg stetig an.“

„Durch Mundpropaganda entwickelte sich über die Jahre ein Erlebnis für Jung und Alt, und die Nachfrage nach Weihnachtsbäumen aus der Region stieg stetig an.“ Michael Kießling, der Herr über die Christbaum-Kasse

Das Team um Michael Kießling und Frank Hellfritzsch schwärmt von den Weihnachtsbaumverkäufen vergangener Jahre: Immer ein bisschen größer wurde der für sie so besondere Tag. Sogar einen Holzschnitzer hatten sie einmal kommen lassen und die Gäste auf Fackelwanderungen durch den winterlichen Wald geführt. Verkaufsstände gab es. Durch die Zeit der Corona-Pandemie hat sich die Veranstaltung wieder etwas verkleinert. Doch ein Bratwurst- und Glühweinstand sorgt auch weiterhin für Stimmung und einen Hauch von Waldweihnacht. Und achten Sie mein Besuch in Pretschenreuth mal drauf, ob auch wieder Weihnachtslieder aus dem CD-Player dudeln.

Fotoalbum der Hospitalstiftung: Frühere Weihnachtsbaumverkäufe

Pretschenreuth: Der etwas andere Weihnachtsbaumverkauf

Für mich ist der Weihnachtsbaum-Verkauf in Pretschenreuth auch heute noch der etwas andere Weihnachtsbaumverkauf. Vor Ort im vorweihnachtlichen Wald spürt man, dass die Termine auch für das Verkaufsteam der Hospitalstiftung ein besonderes, stimmungsvolles Highlight in ihrem Alltag sind.

Michael Kießling steht dann plötzlich zwischen Besuchern und Bäumen statt in den Amtsstuben der Stiftung. Forst-Revierleiter Frank Hellfritzsch, der sonst mit seinen Mitarbeitern alleine durch die Wälder streift, hat Gäste in seinem Revier. Und der Wald duftet nach Bratwurst und Glühwein. Ein richtiges kleines Event. Alle packen fröhlich mit an, sind mit Begeisterung dabei und bei bester Laune. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt. Und: Ein Weihnachtsbaum aus dem Hofer Land? Regionaler geht’s doch nicht. Und nachhaltig aufgezogen werden sie auch.

„Die Bäume sind so, wie die Natur sie wachsen ließ.“ Frank Hellfritzsch, Revierleiter  der Hospitalstiftung

„Die Bäume sind so, wie die Natur sie wachsen ließ“, erklärt Revierleiter Hellfritzsch. Hier geht es nicht zu wie auf so manchen großen Weihnachtsbaum-Plantagen. „Es erfolgt keine chemische Behandlung, nur Arbeiten der notwendigen Pflege, um brauchbare Bäume zu erzeugen.“ Und es gibt einen Zaun um die Kultur, damit Rehe auf Futtersuche die Form der Bäume nicht zerstören.

So funktioniert der Kauf: Jeder kann in Ruhe durch die Pflanzung streifen und sich einen Baum aussuchen. Den markiert man (mit dem, was man eben gerade dabei hat – mit einem Taschentuch, einem Handschuh oder einer Mütze) und dann helfen Frank Hellfritzsch und sein Team gerne beim Fällen. Die Profis haben Werkzeug dabei. Auch in ein Netz gepackt werden die Christbäume selbstverständlich.

Das Preissystem ist übrigens denkbar einfach, da wird nicht lange gefackelt: Ein Baum, egal welcher Größe, kostet standardmäßig 30 Euro. Es gibt große, kleine, breite und schmale. Da ist für jedes Wohnzimmer was dabei.

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Die Hospitalstiftung Hof: Nachhaltige Forstwirtschaft seit 1264

Warum steigt ausgerechnet eine wohltätige Stiftung in das Christbaum-Business ein. Das wollen wir schon noch kurz aufklären.

Jetzt ist die Hofer Hospitalstiftung ja in erster Linie als eine wohltätige Organisation in der Stadt Hof bekannt, die Altenheime, Seniorenwohnanlagen, Seniorentreffs, einen ambulanten Pflegedienst und noch viel mehr betreibt. Doch in der Tat: Die Hospitalstiftung ist auch ein großer Waldbesitzer im Hofer Land. Das ist vielleicht nicht jedem bewusst.

Die Stiftung selbst ist bereits im 13. Jahrhundert entstanden und deckte damals ihren Holzbedarf konsequent über den Zukauf von Waldflächen. Im Laufe der Jahrhunderte kam immer mehr Wald hinzu, was man heute noch in den Büchern der Stiftung nachvollziehen kann: 1450 ein großer Wald bei Naila, 1492 das Föhrig zwischen Pretschenreuth und Konradsreuth, 1592 die Kröglitz, ein Holz bei Föhrenreuth und und und …

Durch ihren Waldbesitz, aber auch Geld- und Grundstücksspenden sowie eine geschickte Vermögensverwaltung kam die Hospitalstiftung seither durch so manche wirtschaftliche Weltkrise. „Auch die Geldentwertung nach dem ersten Weltkrieg und die Währungsreform 1948, hat die Stiftung so überstanden“, erklärt Michael Kießling. „In den Jahren des Aufschwungs nach 1948 brachte gerade ihr uralter Waldbesitz der Hospitalstiftung erhebliche Gewinne.“

Und so prangt es auch heute noch stolz am Fahrzeug von Revierleiter Hellfritzsch:

Hospitalstiftung Hof – nachhaltige Fortwirtschaft seit 1264

Weihnachtsbaumverkauf der Hospitalstiftung Hof

Der Weihnachtsbaumverkauf der Hospitalstiftung findet in der Regel jedes Jahr am Wochenende des 1. Advent statt.
Je nach Jahr werden auch an weiteren Adventswochenenden noch Verläufe angeboten.

Die Hospitalstiftung informiert darüber auf ihrer Website (Weihnachtsbaumverkauf (hospitalstiftung-hof.de)) und ihrer Facebook-Seite

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Dagmar Müller