Das Café Alte Liebe im Höllental bei Naila

Alte Liebe rostet nicht oder: wie Gastronomen mit Herz sich selbst verwirklichen im Hofer Land

Im wildromantischen Höllental, im kleinen Örtchen Hölle, einem Ortsteil von Naila, liegt inmitten vieler schöner Wanderwege das Café „Alte Liebe“. Dort haben sich Marion Seidel-Wollner und ihr Mann Wolfgang ihren Lebenstraum verwirklicht. Die gelernte Hotelfachfrau träumte schon vor 25 Jahren von einem eigenen Café.

 

Kuchen und Torten in heimeliger Atmosphäre

Wenn man die „Alte Liebe“ betritt, fühlt es sich direkt heimelig an. In jeder Ecke wurde bis ins kleinste Detail mit Herz und Liebe gearbeitet. Die Tische sind zum Teil selbst gebaut, zum Teil geschickt repariert worden, da sie zweckentfremdet waren – so ist der große Tisch im Gastraum jahrelang als Werkbank benutzt worden und verlor über die Jahre ein Bein. Dieses haben die Seidel-Wollners mit dem Bein eines anderen Tisches ersetzt und so eines der Prachtstücke im Speisezimmer geschaffen.

Dort kann man sich auch gleich eines der leckeren Kuchen- und Tortenstücke aussuchen, die dort präsentiert werden. Die Auswahl ist groß und es fällt schwer, sich zu entscheiden. Marion Seidel-Wollner stellt das Gebäck selbst her – nur die Bisquitböden kaufe sie zu, gesteht sie im Gespräch, denn sie schaffe es schlichtweg nicht in ihrer Privatküche die Massen an Kuchen zu stemmen. Wer schonmal für einen größeren Geburtstag gebacken hat, kann das sicher nachvollziehen!

 

Und wer jetzt Appetit bekommen hat, aber es gerade mal eher deftig mag, kann sich auch mal in folgenden Artikeln umsehen:

Wie aus einer Idee Realität wurde

Früher sollte es noch ein „Kuhcafé“ werden, weil sie leidenschaftlich gerne Kühe gesammelt hat. Die Überbleibsel davon finden sich immer noch in der einen oder anderen Ecke, wenn man nur genau hinschaut. Beispielsweise wurde eine Sitzecke mit fellbezogenen Sitzwürfeln eingerichtet und auch die eine oder andere Kuh findet sich in der Einrichtung wieder – man muss nur genau hinschauen, dann entdeckt man immer wieder etwas.

Die "Überbleibsel" der Kuh-Sammelleidenschaft der Wirtin
Die “Überbleibsel” der Kuh-Sammelleidenschaft der Wirtin

Zum Glück war mein Mann damals nicht abgeneigt, sonst hätten wir die Idee niemals umgesetzt“, sagt Marion Seidel-Wollner. Sie und ihr Mann sind seit 23 Jahren verheiratet und bilden ein tolles Team. Sie sind der Region stets treu geblieben und haben immer das Potenzial der Gegend gesehen.

 

 

Von der Baustelle zum gemütlichen Café

Als dann 2009 nach langer Suche nach der richtigen Immobilie für das Projekt ein Haus in der Tageszeitung inseriert wurde, war Wolfgang Seidel derjenige, der die Initiative ergriff und die Besichtigung des Hauses vorschlug. „Er kannte das Haus noch aus seiner Kindheit und fand es damals schon schön“, erzählt mir die Cafébesitzerin im Gespräch. Als die beiden sich das frühere Bahnwärterhäuschen aus dem 19. Jahrhundert ansahen, fühlte sich die Wirtin direkt richtig wohl und konnte sich sofort vorstellen, wie es später mal aussehen soll. Das Paar ist tief verwurzelt im Frankenwald und Marion Seidel-Wollner arbeitet noch immer in dem Hotel in Bad Steben, in dem sie damals auch ihre Lehre gemacht hat.

 

„Mein Mann kannte das Haus noch aus seiner Kindheit und fand es damals schon schön“

– Marion Seidel-Wollner

 

Der Besichtigung folgte eine fast zehnjährige Bauphase mit vielen Höhen und Tiefen. Die eine oder andere unschöne Überraschung hielt das Haus nämlich für die beiden bereit. Unter anderem musste das Dach neu gemacht werden – das war aufgrund der Fachwerkbauweise gar nicht so einfach.

Das Ehepaar hat alles, was nur ging, selbst gemacht. Sie haben Wände eingerissen, Träger einziehen lassen, Böden geschliffen, Türen gestrichen und an neuen Stellen eingepasst – teilweise mit fachlicher Hilfe. Aber was noch wichtiger ist: mit sehr viel Liebe zum Detail und unheimlich viel Respekt vor der Geschichte, die das alte Schmuckstück zu erzählen hat. Beispielsweise wurde der schwarz-weiße Steinboden im Eingangsbereich aus seinem Dornröschenschlaf geholt oder auch die Holztreppe nur abgeschliffen. Der Fuß einer alten eisernen Nähmaschine trägt den Waschtisch der Herrentoilette.

 

Mut ist der erste Schritt zum Erfolg“ – stand auf einer Karte, die Seidel-Wollner fand, kurz bevor die beiden die „Alte Liebe“ als Location für ihren Traum entdeckten.

 

Doch wie finanziert man so einen Traum?

Das Ehepaar Seidel-Wollner geht auf Nummer sicher und empfiehlt das auch allen, die ihre Luftschlösser in die Tat umsetzen wollen. Sie arbeiten beide noch in ihren Ursprungsberufen und konnten so auch ihr Café durch die Coronazeit bringen, ohne größere Sorgen und vor allem ohne ihrem Traum beim Platzen zusehen zu müssen.

Mit allen Sinnen genießen im Shabby Chic Café “Alte Liebe”

In jeder Ecke merkt man, wie viel Liebe hier drin steckt. Überall gibt es etwas Schönes zu entdecken. Die Einrichtung ist gemütlich und der Garten bietet eine Sonnenterasse und mehrere kleinere Eckchen, in die man sich auch als Pärchen zurückziehen kann und etwas mehr Ruhe genießen kann. Überall spürt man die Liebe zum Detail, so ist bei genauerem Hinsehen überall kleine, feine Deko zu sehen, die aber nie überladen wirkt, sondern den Ort zu etwas ganz Besonderem macht.

Mein Lieblingsplatz ist hier direkt am Bach“, erzählt mir die Wirtin mit funkelnden Augen, „aber im Sommer ist es hier noch viel viel schöner, wenn dann alles grün ist.“

Die Freude am Dekorieren und Gestalten springt auf den Gast über – überall finden sich kleine und große Schätze. So zum Beispiel zwei Tische, die Wolfgang Seidel aus alten Türen gefertigt hat oder auch viele Geschenke, die die Besucher selbst gebastelt und dem Wirts-Ehepaar geschenkt haben.

 

 

Weitere Cafés im Hoferland werden außerdem hier vorgestellt:

Kaffee, Kuchen, Seele: Das Café Schokomädchen

Kaffee mit Charakter: Eine Münchberger Manufaktur röstet Kaffee auf Aromamaximum

 

 

Das Publikum ist hier bunt gemischt – dank der vielen Wanderwege in der unmittelbaren Umgebung finden sich in dem schnuckeligen Café zu jeder Zeit sowohl Wanderer als auch Pärchen und ältere Menschen. „Das ist ja so schön daran. Es ist gemütlich – hier fühlen sich alle wohl“, freut sich die Wirtin.

 

„Das ist ja so schön daran. Es ist gemütlich – hier fühlen sich alle wohl“, freut sich die Wirtin.

Wandern und Einkehren gehören zusammen – oder nicht?

Es findet sich für jeden eine Strecke mit entsprechendem Schwierigkeitsgrad. Gleich gegenüber kann man am Hotel vorbei laufen und ist direkt auf dem Wanderweg und kann direkt am Fluss die wunderschöne Natur im Höllental genießen. Hier befindet sich auch ein Knotenpunkt, an dem man sowohl zum Beispiel zum Teufelssteg oder auch zum Hirschsprung wandern kann.

Wer jetzt Lust bekommen hat, einen Spaziergang durch das Höllental zu machen und sich danach ein Stück von den herrlichen Kuchen und Torten zu gönnen, der reserviert sich am besten gleich einen Tisch. Die Alte Liebe ist samstags und sonntags jeweils von 13 bis 18 Uhr geöffnet und bei schönem Wetter immer gut besucht. Zu entdecken gibt es hier jedenfalls eine ganze Menge!

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Ausflugsziel unter Tage: Das Besucherbergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen im Frankenwald

#schoeneaussichten: Der Aussichtspunkt “König David” im Höllental

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Die Alte Liebe im Nailaer Ortsteil Hölle

Das Café Alte Liebe befindet sich in der Humboldtstraße 22 in Naila im Ortsteil Hölle

Aktuell ist das Café jeden Samstag und Sonntag von 13 Bis 18 Uhr geöffnet.

Es lohnt sich, vorher einen Platz zu reservieren!

Mehr Infos gibt`s auf der Facebook-Seite des Cafés

https://www.facebook.com/alteliebehoelle/

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Claudia Schmidt Autorenbild

Claudia Schmidt

Ich bin eine Zugezogene aus dem Fichtelgebirge und einfach hier geblieben, weil ich mich verliebt habe – in die Region und auch ein bisschen in den Mann, den ich dann später geheiratet habe. Ich habe zwei Kinder, einige Hühner und fühle mich hier auf dem Dorf pudelwohl. Meine Herzensthemen sind Umwelt, Nachhaltigkeit, Handmade und spannende Menschen. Davon gibt es hier zum Glück ja jede Menge!