Das Hofer Land „erfahren“: Alte und neue Radwege im Landkreis Hof

Knapp 1.200 Kilometer Radwegenetz bietet der Landkreis Hof seinen Einheimischen und Touristen insgesamt. Ein Paradies für Radfahrer- könnte man sagen. Denn ob zum Spaß, als Sport oder mit den Sprösslingen: Für Radfahrer im Hofer Land ist das Abenteuer vorprogrammiert. Doch noch gibt sich der Landkreis nicht zufrieden. Märkte und Gemeinden finden: Da geht noch was! Unsere Stadt.Land.Hof-Bloggerin, Jennifer Müller, hat sich mit dem umfangreichen Radwegenetz auseinandergesetzt und dabei unter anderem mit den Verantwortlichen für das Radwegekonzept gesprochen.

 

 

 

„Hier zum Beispiel verläuft der Radweg an einer vielbefahrenen Straße, die wollen wir umgehen.“
„Oder an dieser Stelle, da nutzen wir eine alte Bahntrasse.“
Beobachtet man Jürgen Wälzel und Hermann Seiferth, wie sie über ihren Plänen brüten, macht das Eindruck. Die beiden Männer beugen sich über eine überdimensional große Karte auf ihrem Tisch. Darauf zu sehen sind sämtliche Fahrradwege im Hofer Land und über seine Grenzen hinaus. Die zwei Fachbereichsleiter des Landkreis Hof sind die verantwortlichen Ansprechpartner beim Thema Radwegekonzept.

Während die Männer auf die unterschiedlichen Abschnitte zeigen, ergeben sich für den Laien automatisch zwei Fragen. Erstens: Welcher Drucker erstellt solche riesigen Dokumente? Und zweitens: Wie schaffen es die Herren, in diesem gigantischen Netzwerk die Orientierung zu behalten? Denn die beiden Männer wissen nicht nur genau, auf welche Stelle im Land ihre Finger gerade zeigen, sie wissen vor allem eines ganz sicher: Was noch besser werden soll. Die verschiedenen Maßnahmen zielen dabei vor allem darauf ab, familientaugliche Wege zu erschaffen, Alternativen zum Auto zu bieten, bestehende Radwege zu verknüpfen und die Beschilderung zu optimieren. „Wir wollen Touristen erreichen und Pendlerbeziehungen herstellen“, erklärt Wälzel.

Kulinarik und Kultur auf weiten Strecken

Dabei ist man eigentlich jetzt schon beeindruckt, wenn man sich mit dem Angebot der Region auseinandersetzt. Zum einen sind da die Möglichkeiten, seine Strecken zu kombinieren. Die scheinen nämlich unendlich zu sein. Wenn man will, fährt man an der Saale entlang, wenn nicht vielleicht am Main-Radweg. Oder sollen es einfach beide Flüsse sein? Die Radtourenkarten, die man in jeder Touristinformation erhält, können hier für einen guten Überblick sorgen. Darauf zu sehen sind sämtliche Radnetze, die sogar bis ins Vogtland und Tschechien hineinreichen. Tourvorschläge inbegriffen.

Zum anderen können Radler den sogenannten Fahrradbus nutzen, um Touren in größerer Entfernung zu erleben. An nur einem Tag ist es damit möglich, Frankenwald oder Fichtelgebirge zu erreichen, dort seine Runden zu drehen und sich mit dem Bus wieder zurück bringen zu lassen. Nicht nur für Familien mit Kindern, die erst kurze Strecken schaffen, ist das ein wunderbares Angebot!

Auf den Routen selbst warten dann unzählige kulturelle sowie kulinarische Highlights. „Beim Saaleradweg haben wir schon darauf geachtet, dass alle 20 Kilometer Gaststätten vorhanden sind“, erklärt Hermann Seiferth. Bier oder Bratwurst, Brücken oder Burgen, Bahntrassen oder Badeseen – wenn man will, bekommt man all das sogar an einem Tag. Den weiten Blick in die herrliche Landschaft inklusive.

 

Neubau, Sanierung und Optimierung für Radfahrer

Doch selbst ein atemberaubender Ausblick lässt sich optimieren, wie man unschwer am 2018 neu eröffneten Teilstück des Selbitztal-Radwegs erkennen kann. Zwischen dem Bahnhof Naila und der B173 wurde hier, als Teil einer Gesamtmaßnahme, unter anderem die über 100 Jahre alte Bogenbrücke saniert. Von dort oben können Radfahrer die Aussicht genießen, ehe sie entlang der ehemaligen Bahnstrecke Richtung Döbra geleitet werden. Fernab von vielbefahrenen Straßen auf einem steigungsarmen Weg, der mitten durch die Naturlandschaft führt. Am Döbraberg wartet dann eine weitere Attraktion. „Dort wurde ja ein richtiges Mountainbike-Trail errichtet“, schwärmt Hermann Seiferth.

 

Die sanierte Bogenbrücke in Naila nach dem Übergang Selbitztal- / Döbraberg-Radweg

 

Für Mountainbike-Fans und E-Bike-Begeisterte

Die Nutzung von Bahntrassen ist allerdings nur eine von vielen Maßnahmen, die auf ein exklusives Fahrerlebnis abzielen. Besonders das geplante MTB Basecamp am Kornberg im Fichtelgebirge soll dazu beitragen, die Attraktivität der Landkreise Hof und Wunsiedel für Einheimische und Touristen zu steigern. Spezielle Angebote für Jung und Alt werden dort in Zukunft das Mountainbiker-Herz höher schlagen lassen. Ganz ähnlich wie beim Skifahren sollen dort Parcours mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden entstehen. Statt Schlitten oder Skiern werden dann während der Radsaison Fahrräder auf den Berg transportiert. Übungs- und Lernkurse machen das Angebot komplett. Die Wasser- und Abwasserarbeiten starten schon in diesem Jahr, so dass mit einer Eröffnung schon Ende 2020, spätestens Anfang 2021 gerechnet werden kann.

 

Hinzu kommen die Maßnahmen zum Zukunftsthema Elektromobilität. Laut statistischem Bundesamt hat sich die Anzahl der Haushalte, die mindestens ein E-Bike besitzen, in den letzten drei Jahren verdoppelt. Tendenz steigend. Da stellt sich die Frage nach Angeboten für E-Biker schon fast von selbst. Und sie wird im Hofer Land beantwortet: E-Bikes werden angeschafft, das Ladenetz wird ausgebaut. Dazu die Bemühungen, um eine gute Auffindbarkeit von Ladestationen. So macht nachhaltiges Fahren gleich doppelt Spaß.

 

Wird Main und Saale verbinden: Der Flüsseradweg

Doch in ein Projekt wird aktuell besonders viel Geld, Zeit und Energie investiert: Den sogenannten Flüsseradweg. In mehr als 20 Bauabschnitten sollen hier in den nächsten Jahren insgesamt 57 Kilometer Radweg neu- oder umgebaut werden. Dabei werden Main und Saale verbunden. Steigungsarm und ab von stark befahrenen Straßen.

Spatenstich für das Projekt war bereits im April dieses Jahres. Zwischen Fattigsmühle und Joditz entsteht hier gerade eine neue, nutzerfreundliche und familientaugliche Strecke von 800 Metern Länge. Die nächsten Maßnahmen sind für 2020-2022 geplant. Auch hier wird aktiv verschönert, erweitert und umgeleitet, so dass Einheimische und Gäste das beste Fahrerlebnis geboten bekommen.

 

 

25 Jahre Saaleradweg

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich übrigens schon am 23.06.19 selbst vor Ort schlau machen, denn an diesem Tag feiert der Saaleradweg sein 25-jähriges Jubiläum. Mit verschiedenen Stationen wird hier auch der Landkreis Hof vertreten sein und unter anderem die Projekte Kornberg, Flüsseradweg und Frankenwaldbrücke vorstellen. Startschuss für das vielfältige Programm ist um 9.00 Uhr. Dass bestens für’s leibliche Wohl gesorgt ist, versteht sich im Hofer Land von selbst.

 

Fazit

Insgesamt kann man über die Radwege im Hofer Land also vor allem eines sagen: Langeweile wird hier völlig unmöglich.

Die Strecken reichen unendlich weit, während ein Highlight das nächste jagt. Kulinarisch und kulturell sind Radfahrer bestens versorgt, während auch E-Bike-Nutzer zunehmend auf ihre Kosten kommen. Und wer komplett selbst treten muss, der darf ruhig auf den Fahrradbus zurückgreifen, um weiter entfernte Natur zu erleben, oder mit dem Mountainbike seine Grenzen auszutesten.

Aber das Beste an der Geschichte: Sie ist noch lange nicht zu Ende erzählt!

 

Radwege im Hofer Land

Das Radwegenetz im Hofer Land umfasst um die 1.200 Kilometer. Um bei dem umfangreichen Angebot den Überblick zu wahren, bieten die folgenden Stellen ausführliche Informationen:

www.frankenwald-tourismus.de (Radtouren, Unterkünfte, Freizeitangebote und Gastronomie)
www.fichtelgebirge.net (Radtouren, Unterkünfte, Freizeitangebote und Gastronomie)
www.frankenwald-mobil.de (Fahrradbus Fichtelgebirge / Frankenwald)
www.landkreis-hof.de (Tourismus, Freizeit und Ökologie)

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Jennifer Müller