Kasi.is.muss: Streetart prägt das Hofer Land

Mit seiner bunten Kunst prägt Streetart-Künstler Karsten Mönchgesang aka “Kasi” seit einiger Zeit das Hofer Land. Bei unserem Interview in seinem neuen Atelier erzählt mir der Wahl-Hofer von seiner Entwicklung als Künstler. Ebenso erfahrt ihr, warum ihm das Malen bereits sein ganzes Leben lang begleitet und was er mit seiner Kunst ausdrücken will. Freut euch auf jede Menge Kreativität und Farbe.

Kunst als lebenslanger Begleiter

Als ich mich mit Kasi zum Interview treffe, bin ich vermutlich eine der ersten außenstehenden Personen, die sein neues Atelier in der Bismarckstraße in Hof begutachten darf. Mitten im Zentrum hat er endlich gefunden, wonach der fast zwei Jahre gesucht hat. Geeignete Räumlichkeiten um seine Kunst zu erschaffen und auszustellen. Stolz führt er mich rum und zeigt mir wo seine Kunst entsteht und wie er sie gekonnt in Szene setzt. Sogar eine richtige kleine Werkstatt gibt es dort für ihn, in der er sprühen kann. “Ich bin wirklich glücklich darüber, diesen Ort gefunden zu haben. Jetzt konnte ich mir endlich meinen kreativen Rückzugsort erschaffen,” erzählt mir Karsten lächelnd. Auch wenn das Atelier noch nicht fertig ausgebaut ist und es an manchen Ecken noch ein bisschen handwerklichen Handlungsbedarf gibt, merke ich, dass hier wirklich ein ganz besonderer Ort entsteht.

Wir nehmen an einer antiken Sitzgruppe Platz. Die hätte hier so auch schon vor 70 Jahren stehen könnten. Karsten erzählt mir: “Kunst begleitet mich eigentlich schon mein Leben lang. Ich habe bereits als Kind gerne gemalt und bin einfach immer dran geblieben.” Früh wird er durch Kreativität geprägt, die in seiner Familie liegt.

 

“Insgeheim habe ich schon seit meiner Kindheit davon geträumt, irgendwann einmal meine eigene Kunst auszustellen.” Karsten Mönchgesang

 

Seine Großmutter war Fotografin und hat ihn in jungen Jahren oft auf Foto- und Kunstausstellungen mitgenommen. “Das hat in jedem Fall dazu beigetragen, meine Fähigkeiten als Künstler ständig verbessern zu wollen. Insgeheim habe ich schon seit meiner Kindheit davon geträumt, irgendwann einmal meine eigene Kunst auszustellen,” gesteht mir der Streetart-Künstler. Diesen Traum konnte er sich bereits an unterschiedlichen Orten in ganz Deutschland erfüllen. Mit dem eigenen Atelier geht erneut ein großer Herzenswunsch für den 33-jähren Künstler in Erfüllung.

Ein künstlerischer Werdegang, der sich sehen lassen kann

Kasi kommt gebürtig aus Erfurt. Zum größten Teil wächst er aber in Gotha auf. Dort sammelt er seine ersten Erfahrungen mit dem Malen und legalen Sprühen. “Gotha hat eine gute Kunstszene. Dort habe ich zum ersten Mal eine geeignete Plattform gefunden, mich als Künstler auszuprobieren,” erzählt er mir. Ebenfalls lernt er dort seine heutige Frau Anett kennen. Bedingt durch ihre Berufswünsche leben die beiden in ganz Deutschland verteilt. Manchmal führen sie dadurch eine Fernbeziehung. “Nach einer Lehre zum Zimmermann entschied ich mich für ein Architektur Studium in Erfurt. Nach 4 Semestern merkte ich, dass es mich eher in meiner Kreativität einschränkt, als dass es sie fördert,” gesteht Karsten. Er beginnt eine zweite Ausbildung zum Möbeltischler, diesmal in Magdeburg. Auch dort fasst der in der Kunstszene Fuß und hat dort ein paar eigene Ausstellungen.

Nach seiner Zeit in Magdeburg folgt er seiner Freundin Anett nach Hamburg, die dort ihre Meisterausbildung zur Gewandmeisterin macht. “Aus künstlerischer Sicht war Hamburg für mich eine wichtige Station. Ich war dort in einer Art Findungsphase, um meinen ganz eigenen Stil zu finden,” erzählt mir der Künstler. Er wollte sich von der Masse abheben und nutzt diese Zeit um seine eigene Kunstrichtung zu kreieren. “In der Hamburger Kunstszene waren eher ausländische Künstler gefragt,” erinnert er sich. Er probiert sich aus, experimentiert mit neuen Stilrichtungen und findet letztendlich einen Weg seine Kunst einzigartig zu machen. An sehr detaillierten Portraits von unterschiedlichen Menschen können wir heute einen echten “Kasi” erkennen. Meistens ziehen die Menschen auf seinen Bildern dazu auch noch Grimassen. “Oft hält man lächelnde Menschen auf Bildern fest. Ich fand es hingegen sehr spannend, sie mit ungewöhnlichen Fratzen zu malen,” erzählt mir Kasi.

Von Hamburg nach Hof: Gute Jobs und Freizeitmöglichkeiten

Seine künstlerische Findungsphase ist also ein echter Erfolg gewesen. Karsten und Anett beschließen nach zwei Jahren in Hamburg nochmal umzuziehen. Ihre Wahl fiel dabei auf Hof. Er erzählt mir: “In Hof hat für uns einfach das Komplettpaket gepasst. Es gab gute Jobmöglichkeiten für uns, die Stadt hat eine angenehme Größe und eine vielversprechende Kunst- und Kulturszene.” Zudem liegt Hof nicht so weit von ihren Heimatorten weg. Die beiden erkunden regelmäßig die umliegende Natur und finden in dem Programmheft “Pro Hof” einen Wegweiser für gute Veranstaltungen und Events in der Region.

Wer noch mehr von Karsten und Anett erfahren will, wird in diesem Beitrag fündig. 

“Wenn man möchte, dann macht es Hof einem wirklich einfach hier schnell Fuß zu fassen,” sagt Kasi. Und die beiden wollen. Schon kurz nach ihrem Umzug erfährt Kasi von der Hoftexplosion, unserem regionalen Kunst- und Kulturfestival, welches jedes Jahr beliebter wird. Er setzt alle Hebel in Bewegung, kontaktiert die Veranstalter – mit Erfolg. Es gibt noch freie Plätze in der Fabrikhalle und Kasi kann dort seine Kunst ausstellen. “Das war wirklich ein schönes Begrüßungsgeschenk und hat mir nochmal gezeigt, dass wir mit dem Umzug nach Hof die richtige Entscheidung getroffen haben,” beteuert Karsten.

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Knapp vier Jahre ist ihr Umzug ins Hofer Land jetzt schon her. Und für Karsten und Anett ist sicher: sie möchten nicht mehr weg. Sie sind sowohl beruflich als auch privat voll und ganz in Hof angekommen. Anett arbeitet am Hofer Theater als Gewandmeisterin und Karsten ist inzwischen der leitende Hausmeister an einer Hofer Schule.

 

“Durch die vielen Kontakte, die wir in der Hofer Kunst- und Kulturszene knüpfen konnten,

ist ein richtiges Netzwerk entstanden.” Kasi

 

Nebenher hat er sich mit seiner Kunst einen großen Namen in der Region gemacht. “Durch die vielen Kontakte, die wir in der Hofer Kunst- und Kulturszene knüpfen konnten, ist ein richtiges Netzwerk entstanden. Dafür sind wir wirklich dankbar,” sagt Karsten. Zudem findet er, dass es im Hofer Land noch viele freie Flächen gibt, auf denen er sich als Künstler gerne verewigen würde. Er erzählt mir außerdem: “Ein Traum von mir ist es, in Hof ein Streetart Festival zu organisieren.”

Eines seiner zuletzt beendeten Projekte war die Gestaltung von zwei Stromhäusern im Rahmen des 25-jährigen Jubiläum der Frauennotrufs. “Ich freue mich, wenn meine Kunst Anklang findet und ich damit auch etwas zurückgeben kann,” sagt Karsten. Für das nächste Jahr ist er schon fast mit Auftragsarbeiten ausgebucht. Dabei ist es ihm wirklich wichtig, dass alles stimmig ist. “Für mich muss sich Kunst der Umgebung anpassen. Das Bild muss sich den lokalen Gegebenheiten anpassen,” verrät mir der Streetart-Künstler. Es kann durchaus vorkommen, dass er deswegen ein Projekt ablehnt. “Das Wichtigste ist, dass man sich selbst treu bleibt. Wenn das Gesamtkonzept eines Projektes für mich nicht stimmig ist, dann mache ich es nicht.”

Künstlerische Weiterentwicklung ist ein absolutes “Muss”

Kasi ist ein entspannter Künstler. Er findet, dass Kunst manchmal auch eine Momentaufnahme ist. “Für mich ist es vollkommen in Ordnung, wenn meine Kunst nur für eine bestimmte Zeit besteht und irgendwann durch ein anderes Kunstwerk ersetzt wird,” sagt Kasi. Kunst kann alles sein. Sowohl für die Ewigkeit als auch nur für den Moment.

 

“Für die eigene Entwicklung ist es gut, wenn man immer mal wieder über den Tellerrand blickt.” Kasi

 

In seiner Laufbahn als Künstler hat er bereits einige Entwicklungsstufen durch gemacht. Dabei probiert er sich immer wieder aufs neue aus. Er erzählt mir: “Manchmal kommen mir neue Ideen wie Geistesblitze und dann probiere ich sie einfach aus. Für die eigene Entwicklung ist es gut, wenn man immer mal wieder über den Tellerrand blickt.” Einer dieser Geistesblitze waren zum Beispiel das künstlerische Erschaffen von Kaugummiautomaten. “Auf die Idee mit den Kaugummiautomaten bin ich durch Zufall gekommen, weil ich an einem vorbei gelaufen bin. Das ist für mich eine Kindheitserinnerung, die es heute fast nicht mehr gibt. Ich wollte diese Erinnerung unbedingt mit meiner Kunst festhalten,” erzählt mir Karsten.

Für den Moment ist Kasi mit seiner Kunst zufrieden. Seinen vorerst letzten Herzenswunsch konnte er sich mit seinem neuen Atelier erfüllen. Dort hat er endlich genügend Platz um an seinen Kunstwerken zu arbeiten und sie auszustellen. Dabei handhabt er es bei den Öffnungszeiten genauso entspannt, wie mit seiner Kunst: “Wenn ich im Atelier bin, kann jeder gerne reinkommen und sich umschauen. Ich freue mich auf neue Leute und gute Gespräche.”

In manchen Momenten träumt er davon, von seiner Kunst leben zu können. Auf der anderen Seite ist er aber manchmal auch froh, nicht auf den Verkauf seiner Werke angewiesen zu sein. “Oftmals wird die Kunst von dem Druck, der dann dahinter stehen würde, beeinflusst”, gesteht Karsten. Dann ist es ihm lieber, dass er die Wahl hat, was er wann malen will. Fakt ist, dass er mit seiner Streetart Kunst das Hofer Land bunter macht. Und hoffentlich werden noch mehr seiner Kunstwerke dazu kommen.

Fotos: Thomas Neumann; Frank Wunderlich (Projekt Hof.kunst.kultur)

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Von Hamburg nach Hof – Zwei Neubürger entdecken Stadt.Land.Hof – StadtLandHof

KASI.IS.MUSS

Als aufstrebender Künstler lässt sich Kasi im Hofer Land nieder.

Seine Werke erfreuen sich immer mehr an Beliebtheit und prägen unsere Region.

Du willst mehr über Kasi und seine Kunst erfahren?

Dann besuche einfach seine Website unter www.kasiismuss.de

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Michaela Spindler

Michaela Spindler

Hi, ich bin Michaela und ich liebe meine Heimat. Nachdem ich selbst 6 Jahre lang im Schwabenländle war, bin ich zurück gekommen, weil mein Heimweh so groß war. Heute bin ich mit ganzem Herzen ein Teil von dem Blog Stadt.Land.Hof. Ich entdecke mit viel Leidenschaft unsere Region für euch nochmal ganz neu. Ich liebe es, euch die wunderschönen Geschichten hinter den Gesichtern des Hofer Landes zu erzählen. Wir haben hier jede Menge zu entdecken. Ich freue mich, wenn ihr mit mir kommt.